Drei Tipps zum Finden und Auswählen von Wettbewerben



Wenn die Frage aufkommt, warum überhaupt an Wettbewerben teilnehmen, kann ich nur für mich sprechen. Zum einen füllt sich damit die Bibliografie. Die Beiträge lassen sich auch prima fürs Marketing verwenden. Was aber wichtiger ist: Schreiben lernt man durch Schreiben, vor allem jedoch durch fachkundiges Feedback und Lektorate. Ich liebe es, nach Zielvorgabe zu schreiben. Kurzgeschichten zwingen dazu, jedes Wort abzuwägen und die Handlung stringent bis zum Ende zu führen. Ehrlicherweise habe ich auch Spaß daran, mich mit anderen Autoren zu messen. Mal gewinnt man, dann verliert man, was zählt, ist das Mitmachen.

Mittlerweile wurden Dutzende meiner Geschichten in Anthologien und Literaturmagazinen veröffentlicht. Trotzdem ist jede Zusage etwas Besonderes. Zu meinen schönsten Erfahrungen zählt die Einladung zum Litfest homochrom im Sommer 2021.


Litfest homochrom 2021 Sabine Reifenstahl

Schritt 1: Der erste Schritt ist natürlich, eine passende Ausschreibung zu finden. Ich schaue meist in den beiden Facebookgruppen Literaturausschreibungen – Portal der Schreibgruppe Prosa und Literaturausschreibungen nach. In der erstgenannten Gruppe werden die Ausschreibungen geprüft, z.B. finden hier kostenpflichtige Wettbewerbe keinen Zugang. Teilnehmer teilen ihre Erfahrungen bis zur Veröffentlichung. Außerdem sind hier viele hilfsbereite Autoren versammelt.

Direkt im Netz kann man sich beispielsweise bei der Autorenwelt, direkt beim Geest-Verlag, bei den Wortmagiern oder beim Schreiblust-Verlag informieren.

Ich rate dazu, die Wettbewerbsbedingungen gründlich zu lesen. Manchmal werden Teilnahmegebühr oder Druckkostenbeiträge verlangt. Es liegt natürlich bei jedem selbst, abzuwägen, was ihm das wert ist. Ich beteilige mich nicht an solchen Ausschreibungen.

Schritt 2: Eine ansprechende Ausschreibung gefunden? Dann gilt es zu recherchieren. Oftmals finden sich Hinweise, was bevorzugt wird. Bei Literaturwettbewerben lohnt sich ein Blick in die Gewinnertexte und bei Kurzgeschichtensammlungen kann man sich auf der Verlagsseite informieren.


Die Ausschreibung bitte gründlich lesen und sich an die Vorgaben halten. Eigentlich selbstverständlich, dass man im vorgeschriebenen Textumfang bleibt und das Thema berücksichtigt.

Außerdem empfehle ich dringend, die geforderten Rechte zu prüfen. Ja nach Konditionen sind exklusive Rechte bis zu fünf Jahren noch im Rahmen des üblichen, länger räume ich niemandem das Recht für eine Kurzgeschichte ein, abgesehen von Auftragsarbeiten. Aber die werden vollkommen anders honoriert. Bei einem zeitlich und räumlich unbefristetem, nicht exklusiven Recht zur Veröffentlichung sehe ich kein Problem, da hiermit Zweitveröffentlichungen möglich sind.


Sehr oft werden unveröffentlichte Beiträge gefordert. Als veröffentlicht gelten meist auch Netzpublikationen. Hier sollte man genau schauen, denn Schreibaufgaben in manchen Foren sind öffentlich zugänglich und die Texte somit »verbrannt«.


Schritt 3: Den Text auf jeden Fall noch einmal auf Fehler prüfen. Ich kann es nicht oft genug betonen, dass man dazu einerseits ins Schreibprogramm integrierte Korrekturtools nutzen kann, zum anderen hilft es aber auch ungemein, sich den Text vorlesen zu lassen. Tipps dazu, zur Nutzung der richtigen Sonderzeichen und zur Normseite habe ich in meinem Blogartikel »Drei Tipps für einen professionellen Text« gegeben.

Egal ob bei der Einreichung per Post oder per Mail rate ich, ein freundliches, persönliches Anschreiben zu formulieren. Tatsächlich flatterten bei unserer Ausschreibung zur »Geschichten-Bowle« Texte kommentarlos herein.

Der Text könnte in so lauten:

Hiermit erhalten Sie den von mir verfassten, bisher unveröffentlichten Beitrag für die Ausschreibung »XYZ« mit dem Titel »ZYX« mit einer Länge von 13.000 Zeichen einschließlich Leerzeichen, 10 Normseiten (oder wenn andere Bedingungen genannt werden wie die Wortzahl, darauf eingehen).

Der Text sowie eine Vita/ Bibliografie sind beigefügt. (Manchmal wird verlangt, dass die Vita unter den Text geschrieben wird. Auch hier gilt, die Anforderungen strikt einzuhalten.)

Mit freundlichen Grüßen


Wenn keine Vita verlangt wird, folgen im Anschluss meine Kontaktdaten. Oftmals werden auch Profile in sozialen Medien und ähnliches gewünscht. Schaden kann es kaum, sie zu erwähnen.


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