

Raphael – Die Freiheit zu fallen
Gay Romance & Romantic Suspence mit BDSM-Elementen
Neu ab 28.02.2026
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E-Book: 5,99 €
Taschenbuch:
Vorbestellerpreis: 2,99 € statt 5,99 €
Wichtiger Hinweis:
Alle sexuellen Handlungen in diesem Buch erfolgen einvernehmlich zwischen erwachsenen Partnern. BDSM-Szenen werden mit Safewords, Ampelsystem und Aftercare dargestellt. Die Geschichte endet mit einem Happy End.
Eine Aufstellung der sensiblen Themen:

Manchmal beginnt Freiheit dort,
wo man den Mut findet, zu fallen.
Raphael glaubte, sein Leben zu kennen: erfolgreicher Anwalt, Ehemann, Vater. Verlässlich, angepasst, sicher.
Bis seine Frau ihn ohne Vorwarnung vor die Tür setzt und alles zerbricht, worauf er gebaut hat. Allein und entwurzelt bleibt eine Frage: Wer bin ich wirklich?
Die Antwort findet er an einem Ort, den er nie gesucht hätte. Im Club Elysion begegnet er Philipp, einem charismatischen Dom, der hinter seine Fassade blickt. In dessen Nähe erlebt Raphael, was es bedeutet, Kontrolle abzugeben und Vertrauen zuzulassen. Mit einem Mann! Das erschüttert sein bisheriges Selbstbild.
Auf der Suche nach Orientierung lässt er sich auf ein gefährliches Spiel ein und gerät in die Gewalt eines Erpressers, der Geheimnisse als Waffe nutzt. Plötzlich stehen Karriere, Ruf und die zerbrechliche Hoffnung auf Liebe auf dem Spiel.
Auch Philipp ringt um einen Neuanfang. Nach dem Tod seines Partners hat er sich in eine Beziehung geflüchtet, die Nähe bietet, aber keine Zukunft. Seine Begegnung mit Raphael weckt verloren geglaubte Gefühle.
Als die Erpressung eskaliert, müssen beide sich ihrer Vergangenheit und ihren Ängsten stellen.
Zwei Männer am Wendepunkt. Eine Liebe, die Mut braucht.
Zwischen Begehren und Verantwortung, zwischen Aufbruch und Gefahr kämpfen sie für das Recht, sie selbst zu sein.
Eine emotionale Gay Romance mit Romantic-Suspense-Elementen über spätes Erwachen, Verlust und die Heilkraft der Liebe.
Spin-off der Dilogie um Dorian, Valentin und Skandar. Eigenständig lesbar.

Aus dem 3. Kapitel Raphael
Nicky regte sich nicht. Er war in seiner eigenen stillen Welt – und ich war fasziniert davon, wie gut sich das anfühlen musste. Ohne Schmerz, ohne Drama, nur grenzenloses Vertrauen.
Ob das auch bei mir funktionierte?
Vielleicht konnte ich ebenfalls in so einem Käfig durchatmen und mich frei fühlen. Der Gedanke setzte sich in mir fest. Ich konnte die Augen nicht von dem Anblick losreißen. So vollkommen abgetaucht von einem Moment auf den anderen, mitten unter fremden Menschen. Ein bemerkenswertes Geschenk.
»Komm zurück«, erklang die Stimme samtiger als zuvor. »Alles ist gut.«
Erst als Nicky mit einem Nicken reagierte, entfernte der Dom die Metallstreben, öffnete die Tür und streckte ihm die Hand entgegen.
Auf der anderen Seite tat Skandar das Gleiche. Die beiden nahmen den Jungen zwischen sich, beinahe liebevoll und viel sanfter als bei Mark.
»Wer so tief abtaucht, den holt man behutsam zurück.« Philipp schaute zu mir. »Ein Subspace endet niemals abrupt.«
Die Stimmung in der Gruppe veränderte sich, es wurde getuschelt.
»Sollten Sie als Dominante nicht distanziert und streng sein?« Ein Mann mittleren Alters schüttelte den Kopf.
Nicky kicherte. »Wenn ich Blödsinn mache, versohlt mein Herr mir den Hintern.«
»Habe ich dir erlaubt zu reden?«, erkundigte sich Philipp im gleichen Tonfall wie vorher.
»Nein, entschuldige, Sir.«
»BDSM kann vieles sein«, fuhr er fort. »Die Ausgestaltung geht nur die Beteiligten etwas an. Nicky folgt seinem Dom genauso ergeben, wie es erwartet wird. Bei ihm brauchen wir keine Gerte, meist nicht einmal die flache Hand.« Wir. Nachdenklich schaute ich die Gruppe an und fragte mich, was das bedeutete. Waren sie alle zusammen?
Von polyamoren Beziehungen hatte ich gehört, konnte mir aber nicht vorstellen, wie das funktionieren sollte ohne Eifersucht.
»Dann ist das dein Sub?« Der Sprecher, ein Mann um die dreißig, hatte den Kopf zur Seite geneigt. Vielleicht, weil er schlecht hörte.
Philipp würde wohl nicht in der dritten Person von sich reden, sein Dom bezog sich auf jemanden, der nicht da war, vermutete ich.
Die Frage ließ er unbeantwortet. »Machen wir weiter. Freiwillige für den Käfig?«
Seine Stimme schickte mir einen Schauer über den Rücken, so voll, warm, verlockend. Davon angezogen erhob ich mich. Ein winziges Lächeln zupfte seine Mundwinkel nach oben.
»Das Ampelsystem hast du verstanden?«
»Ja«, bestätigte ich und folgte ihm zu dem schwarzen Metallgebilde.
Wildleder umschmeichelte seinen Hintern und die langen Beine. Riemen betonten Schultern und Taille. Als Philipp sich langsam umdrehte, begegneten sich unsere Blicke.
Mein Herz stockte. In seinen Augen sah ich etwas, das ich nicht erwartet hatte und das mich erschütterte. In ihnen schien ein Gewittersturm zu toben, grau, doch lebendig. Und ich glaubte, eine tiefe Sehnsucht darin zu finden.
»Aus der Nähe wirkt er kleiner«, erklärte er leise, fast entschuldigend. »Aber das ist nur eine Illusion. Drinnen wird alles größer. Stiller. Klarer.«
Wie er das sagte. Es klang nach einem Versprechen.
»Bist du bereit?«
War ich das? Bereit, mich einsperren zu lassen. Loszulassen? Diesem Fremden zu vertrauen, dessen Stimme sich anfühlte wie eine Berührung?
4 Philipp
Die beiden Männer in der ersten Reihe fielen mir auf. Wann immer er sich unbeobachtet wähnte, taxierte der Größere meinen Freund Skandar hungrig. Sein Begleiter ließ mich kaum aus den Augen.
Die Demonstration der Schlaginstrumente hatte ihn eingeschüchtert. Dagegen beobachtete er Nicky mit einem verträumten Gesichtsausdruck. Mein Angebot, den Käfig auszuprobieren, nahm er sofort an.
Vor dem Gitter blieb er stehen und musterte die Metallkonstruktion.
»Aus der Nähe wirkt er kleiner«, beruhigte ich ihn. »Aber das ist nur eine Illusion. Drinnen wird alles größer. Stiller. Klarer.«
Ein Lächeln umspielte seine Lippen. Seine Augen leuchteten in einer Farbe, die mich an Gletscherseen erinnerte, ein kühles, fast durchscheinendes Grün, durchzogen von Grau. Scharf, als könne er bis in meine Seele blicken.
Und ich in seine. Dort fand ich eine Sehnsucht, die mich berührte. »Bist du bereit?«
»Ja, das bin ich.« Seine Stimme klang fest. Ihr weiches Timbre schickte mir eine Gänsehaut über die Arme.
»Gut. Zieh die Schuhe aus, setz dich und rutsch rückwärts hinein.«
Mit fließenden Bewegungen streifte er die Slipper ab und glitt in den Käfig.
»Wie geht es dir?«, fragte ich und versuchte, seine Mimik zu lesen.
»Ausgez…«
Warnend hob ich eine Braue.
»Grün.«
»Du gibst mir sofort Bescheid, wenn du dich unwohl fühlst oder dir etwas wehtut.« Leiser fügte ich hinzu: »Wie möchtest du genannt werden?«
»Raphael.«
Das Lächeln entkam mir ungewollt. Wie der Erzengel, bekannt für seine Heilkunst – ein klangvoller, alter Name für einen gut aussehenden, jungen Mann.
Mit großen Augen schaute er mich an und wartete.
»Setz die Hände hinter dir auf«, befahl ich und führte die erste Strebe zwischen Körper und Armen hindurch. Sein Bewegungsspielraum wurde dadurch bereits erheblich eingeschränkt.
»Deine Farbe?«
»Grün.«
Kaum mehr als ein Hauch, ich ließ es gelten.
Die nächste Stange positionierte ich vor seiner Brust, die dritte unter den Kniekehlen. Seine Lider senkten sich. Schon wollte ich mich dem Publikum zuwenden. Da trat Anspannung in sein Gesicht.
Er biss sich auf die Unterlippe. Raphael gab sich Mühe, still zu wirken, aufrecht, gefasst. Doch sein linkes Bein verriet ihn. Die Anstrengung, mit der er es auf den Boden stellte, eine minimale Zuckung entlang der Wade, mehr erahnt als gesehen durch den Stoff der Hose. Angespannte Zehen, ein unmerkliches Zusammenziehen des Oberschenkels
Ein Krampf quälte ihn, erkannte ich.
Angestrengt atmete er gegen den Schmerz an.
Mir wurde klar, dass er sich vor dem Versagen fürchtete. Er wollte nicht vor versammelter Mannschaft bloßgestellt werden. Vielleicht gepaart mit dem Wunsch, mir zu beweisen, dass er durchhielt. Dabei ging es hier gar nicht darum.
»Ich helfe dir, darf ich?«
Sein Atem stockte kurz, dann nickte er.
Eine Hand legte ich außen ans Gitter, die andere fand den Weg zu seinem Hosenbein. »Ich berühre dich am Bein. Ist das okay?«
»Ja.«
Vorsichtig schob ich meine Finger unter den Stoff, suchte den verhärteten Muskel und ertastete eine steinharte Spannung, die sich wie ein Strang durch die Wade zog.
Raphael versuchte, ruhig zu bleiben, doch seine Zehen krümmten sich.
»Nicht dagegen anspannen. Lass es zu.« Behutsam massierte ich den Wadenmuskel.
Krämpfe waren fies – sie fühlten sich an, als wolle der Körper sich selbst auffressen.
Mit fest aufeinandergepresstem Kiefer sah er mich an. Ein einzelner Schweißtropfen rann über seine Schläfe.
»Wird gleich besser«, flüsterte ich. »Atme mit mir.« Bewusst sog ich die Luft tief ein, hielt sie kurz und ließ sie langsam wieder entweichen. Nach zwei, drei Atemzügen folgte er meinem Rhythmus.
Die Verkrampfung löste sich.
Vorsorglich strich ich den Muskel noch einmal nach und beobachtete dabei sein Gesicht. Raphael lächelte mich dankbar an.
Mein Herz zuckte bei diesem Anblick. Sein Wille, durchzuhalten. Sein Vertrauen in mich. Und nun dieser warme Blick.
Mühsam riss ich mich los und zog die Hand zurück.
»Deine Farbe?«
»Grün, Sir.« Seine Stimme klang dunkler. Er nickte und schloss die Lider.
© 2026 Sabine Reifenstahl
