

Raphael – Die Freiheit zu fallen
Gay Romance & Romantic Suspence mit BDSM-Elementen
Neu ab 27.02.2026
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E-Book:
Taschenbuch:
Wichtiger Hinweis:
Alle sexuellen Handlungen in diesem Buch erfolgen einvernehmlich zwischen erwachsenen Partnern. BDSM-Szenen werden mit Safewords, Ampelsystem und Aftercare dargestellt. Die Geschichte endet mit einem Happy End.
Eine Aufstellung der sensiblen Themen:

Manchmal beginnt Freiheit dort,
wo man den Mut findet, zu fallen.
Raphael glaubte, sein Leben zu kennen: erfolgreicher Anwalt, Ehemann, Vater. Verlässlich, angepasst, sicher.
Bis seine Frau ihn ohne Vorwarnung vor die Tür setzt und alles zerbricht, worauf er gebaut hat. Allein und entwurzelt bleibt eine Frage, die er sich nie zu stellen wagte: Wer bin ich wirklich?
Die Antwort findet er an einem Ort, den er nie gesucht hätte. Im Club Elysion begegnet er Philipp, einem charismatischen Dom, der hinter seine Fassade blickt. In dessen Nähe erlebt Raphael zum ersten Mal, was es bedeutet, Kontrolle abzugeben und Vertrauen zuzulassen. Das erschüttert sein bisheriges Selbstbild, denn er begehrt einen Mann.
Verunsichert sucht er im Netz nach Orientierung und gerät in die Gewalt eines skrupellosen Erpressers, der Geheimnisse als Waffe nutzt. Plötzlich stehen Karriere, Ruf und die zerbrechliche Hoffnung auf Liebe auf dem Spiel.
Auch Philipp ringt um einen Neuanfang. Nach dem Tod seines Partners hat er sich in eine Beziehung geflüchtet, die Nähe bietet, aber keine Zukunft. Die Begegnung mit Raphael weckt Gefühle, die er längst verloren glaubte. Die wachsende Bedrohung zwingt beide, sich ihrer Vergangenheit und ihren Ängsten zu stellen.
Zwei Männer auf der Suche.
Eine Liebe, die Mut braucht.
Zwischen Begehren und Verantwortung, zwischen innerem Aufbruch und äußerer Gefahr kämpfen sie für ihre Freiheit und das Recht, sie selbst zu sein.
Eine intensive Gay Romance mit Romantic-Suspense-Elementen über spätes Erwachen, Verlust und die Heilkraft der Liebe.

Leseprobe:
Aus dem 3. Kapitel: Raphael
…
Nicky regte sich nicht. Er war in seiner eigenen stillen Welt – und ich war fasziniert davon, wie gut sich das anfühlen musste. Ohne Schmerz, ohne Drama, nur grenzenloses Vertrauen.
Eine Idee schlug in mir Wurzeln.
Vielleicht war das der Ort, nach dem ich gesucht hatte.
Vielleicht konnte ich ebenfalls in einem Käfig durchatmen und mich frei fühlen.
Verwirrt schob ich den Gedanken beiseite, konnte meine Augen jedoch nicht von dem Anblick lösen. So vollkommen abgetaucht von einem Moment auf den anderen, mitten unter fremden Menschen. Ich hielt das für ein bemerkenswertes Geschenk.
»Komm zurück. Alles ist gut.«
Erst als Nicky mit einem Nicken reagierte, entfernte der Dom die Metallstreben, öffnete die Tür und streckte ihm die Hand entgegen.
Auf der anderen Seite tat Skandar das Gleiche. Die beiden nahmen den Jungen zwischen sich, beinahe liebevoll und viel sanfter als zuvor bei Mark.
Philipps Blick wanderte zu uns. »Wer so tief abtaucht, den holt man behutsam zurück. Ein Subspace endet niemals abrupt.«
Die Stimmung in der Gruppe veränderte sich. Getuschel kam auf.
»Sollten Doms nicht distanziert und streng sein?«, fragte jemand.
Nicky kicherte. »Wenn ich Blödsinn mache, versohlt mein Dom mir den Hintern.«
»Habe ich dir erlaubt zu reden?«, erkundigte sich Philipp, ohne die Stimme zu heben.
»Nein, entschuldige, Sir.«
»BDSM kann vieles sein«, fuhr er fort. »Die Ausgestaltung geht nur die Beteiligten etwas an. Nicky folgt seinem Dom genauso ergeben, wie es erwartet wird. Bei ihm brauchen wir keine Gerte, meist nicht einmal die flache Hand, denn er ist unser Kätzchen.«
Bei den Worten schmiegte der Kleine sich an und lächelte glücklich.
»Dann ist das dein Sub?«, fragte jemand.
»Machen wir weiter. Freiwillige für den Käfig?«
Der raue Klang schickte mir einen Schauer über den Rücken. Automatisch erhob ich mich.
Ich glaubte, ein anerkennendes Nicken zu erkennen.
»Das Ampelsystem hast du verstanden?«
Himmel, als wäre das Quantenphysik. »Ja«, bestätigte ich und folgte ihm zum Käfig.
Aus der Nähe wirkte er viel kleiner, und mir kamen Zweifel.
4 Philipp
Die beiden Männer in der ersten Reihe fielen mir sofort auf. Wann immer er sich unbeobachtet wähnte, taxierte der Größere meinen Freund Skandar hungrig. Sein Begleiter fühlte sich sichtlich unwohl. Die Demonstration der Schlaginstrumente schüchterte ihn ein. Umso mehr erstaunte mich, dass er sich freiwillig meldete, um den Käfig auszuprobieren. Vor dem Gitter blieb er stehen, und ich bemerkte, dass ihm Bedenken kamen.
»Zieh die Schuhe aus, setz dich und rutsch rückwärts hinein.«
Die Geschwindigkeit, mit der er meinem Befehl folgte, überraschte mich.
»Wie geht es dir?«, fragte ich und versuchte, seine Mimik zu lesen.
»Ausgez…«
Warnend hob ich eine Braue.
»Grün.«
»Sehr gut.« Ich wandte mich ans Publikum. »Normalerweise würden wir uns ausführlich unterhalten«, erklärte ich den Anwesenden. »Dies ist keine Session. Du gibst mir sofort Bescheid, wenn du dich unwohl fühlst oder dir etwas wehtut. Wir zeigen nur, wie es funktioniert.« Leiser fügte ich hinzu: »Wie möchtest du genannt werden?«
»Raphael.«
Das Lächeln entkam mir ungewollt. Wie der Erzengel, bekannt für seine Heilkunst – ein klangvoller, alter Name für einen gut aussehenden jungen Mann.
Mit großen, dunklen Augen schaute er mich an und wartete.
»Setz die Hände hinter dir auf«, befahl ich und führte die erste Strebe zwischen Körper und Armen hindurch. Sein Bewegungsspielraum wurde dadurch bereits erheblich eingeschränkt.
»Deine Farbe?«
»Grün.«
Kaum mehr als ein Hauch, doch ich ließ es gelten.
Die nächste Stange positionierte ich vor seiner Brust, die dritte unter den Kniekehlen. Seine Lider senkten sich. Schon wollte ich mich dem Publikum zuwenden.
Da trat Anspannung in sein Gesicht. Er biss sich auf die Unterlippe. Raphael gab sich Mühe, still zu wirken, aufrecht, gefasst. Doch sein linkes Bein verriet ihn. Eine minimale Zuckung entlang der Wade, mehr erahnt als gesehen durch den Stoff der Hose. Angespannte Zehen, ein unmerkliches Zusammenziehen des Oberschenkels. Ein Krampf quälte ihn, erkannte ich.
Angestrengt atmete er gegen den Schmerz an. Mir wurde klar, dass er sich vor dem Versagen fürchtete. Er wollte nicht vor versammelter Mannschaft bloßgestellt werden. Vielleicht gepaart mit dem Wunsch, mir zu beweisen, dass er durchhielt. Dabei ging es hier gar nicht darum.
»Ich helfe dir, darf ich?«
Sein Atem stockte kurz, dann nickte er.
Ich legte eine Hand außen ans Gitter, die andere fand den Weg zu seinem Hosenbein. »Ich berühre dich am Bein. Ist das okay?«
»Ja.«
Vorsichtig schob ich meine Finger unter den Stoff und suchte den verhärteten Muskel. Ich ertastete eine steinharte Spannung, die sich wie ein Strang durch die Wade zog.
Raphael versuchte, ruhig zu bleiben, doch seine Zehen krümmten sich.
»Nicht dagegen anspannen. Lass es zu.« Behutsam massierte ich den Wadenmuskel. Krämpfe waren fies – sie fühlten sich an, als wolle der Körper sich selbst auffressen.
Mit fest aufeinandergepresstem Kiefer sah er mich an. Ein einzelner Schweißtropfen rann über seine Schläfe.
»Wird gleich besser«, flüsterte ich. »Atme mit mir.« Bewusst sog ich die Luft tief ein, hielt sie kurz und ließ sie langsam wieder entweichen. Nach zwei, drei Atemzügen folgte er meinem Rhythmus.
Die Verkrampfung löste sich. Vorsorglich strich ich den Muskel noch einmal nach und beobachtete dabei sein Gesicht. Raphael lächelte mich dankbar an.
Mein Herz zuckte bei diesem Anblick. Sein Wille, durchzuhalten. Sein Vertrauen in mich. Und nun dieser warme Blick.
Mühsam riss ich mich los und zog die Hand zurück.
»Deine Farbe?«
»Grün, Sir.« Seine Stimme klang dunkler. Er nickte und schloss die Lider.
Skandar hatte übernommen und erklärte die Vorzüge der Käfige, die wir im Club verwendeten. »Wir spielen hart, doch wir spielen sicher. Jeder Käfig verfügt über mindestens zwei Notentriegelungen. Wenn etwas schiefgeht, nimmt die Technik Schaden – nie der Mensch.« […]
Unauffällig behielt ich Raphael im Auge. Er wirkte entspannt. Mit geschlossenen Lidern wartete er, sah dabei beinahe engelsgleich aus. Seine Haltung erinnerte mich schmerzlich an Marian. Im Käfig konnte er den Alltag ausblenden und zur Ruhe kommen. Zu Beginn unserer Beziehung hatte ich damit gehadert, dass er sich meiner Fürsorge auf diese Weise entzog. Später lernte ich diese stille, intime Zeit zu schätzen. Er glitt in seinen Subspace, ich blieb bei ihm, bis er von selbst zurückkehrte und den Kopf hob.
In diesem Moment öffnete Raphael die Augen und hielt meinem Blick stand. Ich ging zu ihm und entfernte die Fixierstäbe.
»Das hast du gut gemacht.«
»Ich hätte fast versagt«, raunte er.
»Dein Körper hat rebelliert. Du hast Vertrauen bewiesen.« Ich öffnete die Tür und reichte ihm die Hände, um ihm aufzuhelfen. »Vertrauen kann missbraucht werden«, warnte ich leise. »Verschenke es nicht blind.«
© 2026 Sabine Reifenstahl
