top of page
Amazon Seite A+ (7).jpg

Übersinnliche Gefährten: Wolfsbann und Drachenglut

Wolfsbann und Drachenglut von Sabine Reifenstahl

Übersinnliche Gefährten: Wolfsbann & Drachenglut

Neu ab 30.11.2026

Cover mit zwei Männer vor weihnachtlichem Hintergrund, Sabine Reifenstahl Übersinnliche Gefährten, Wolfsbann und Drachenglut

Ein Drachenwandler, dessen Herzfeuer zu erlöschen droht.
Ein Arkadier, den ein Gott zum Ungeheuer verfluchte.
Zwei uralte Wesen. Eine Hoffnung.

​

Vor dreitausend Jahren verwandelte Zeus’ Fluch die Prinzen Arkadiens in Werwölfe. Seitdem verbirgt sich Lykas, um niemanden zu gefährden. In einem verlassenen Ferienresort mitten im Wald findet er Unterschlupf, bis Zauberwesen dort Weihnachten feiern wollen.
Als er Veyrik begegnet, dem jüngsten Sohn des letzten Drachen, entfacht ein Hauch Drachenglut eine Sehnsucht, der sich beide kaum entziehen können. Doch aus Angst, den Drachenwandler zu verletzen, zieht sich Lykas zurück. Dabei könnte Veyriks erkaltendes Herzfeuer sie zu Gefährten verbinden und vielleicht sogar den Fluch brechen.
Oder Lykas zu Staub zerfallen lassen.
Zwischen Holzstapeln und Weihnachtsvorbereitungen kommen sie einander näher. Keiner ahnt jedoch, dass ein alter Feind um das Familienrefugium am See schleicht.

​

Eine winterliche Gay-Urban-Fantasy-Romance über Drachenfeuer und Götterfluch, Wahlfamilie und die Frage, ob Liebe stärker ist als Furcht.

 

Band 5 der Reihe »Übersinnliche Gefährten«. Die Geschichte spielt zeitgleich mit »Winterwaldrefugium« und ist unabhängig lesbar. Bekannte Figuren treten als Gäste auf.

Mehr zum Buch
E-Book vorbestellen

E-Book    3,99 €

​

Drache, Werwolf, Männer Wolfsbann und Drachenglut

Leseprobe aus dem 3. Kapitel: Lykas

​

»Ich bin Veyrik«, sagte der Rotschopf leise.
»Schön, dass du da bist«, antwortete ich.
»Lykas?«
Wie er meinen Namen hauchte. In meiner Brust regte sich ein unbekanntes Flattern.
»Ja«, erwiderte ich, um einen ruhigen Ton bemüht. Ehe ich es verhindern konnte, entwickelte meine Zunge ein Eigenleben. »Wollen wir einen Spaziergang machen? Ich möchte mich gern von deinen Fähigkeiten überzeugen.«
Was redete ich denn da? Von welchen Fähigkeiten denn? Ob er mir den Hintern ansengen konnte? Oder eher, ob sich seine Lippen so weich anfühlten, wie sie aussahen.
So etwas Verrücktes hatte ich noch nie erlebt.
Veyriks Wangen färbten sich bezaubernd rosa, und seine Mundwinkel zuckten nach oben.
»Es ist deine Entscheidung, Vey«, sagte Kieran und musterte mich mit hochgezogener Braue. »Wenn du nicht allein mit Lykas bleiben möchtest, könntet ihr euch auch hier …«
»Schon gut, ich hab keine Angst«, unterbrach er hastig und lächelte mich an.
Mit allem hätte ich gerechnet, aber nicht damit, dass mein Körper jemals so heftig auf jemanden reagieren würde.
Mein Herz wummerte unregelmäßig und trotz der winterlichen Temperaturen schwitzte ich. Unbehaglich wischte ich die Handflächen an meiner Jacke ab und marschierte los, ohne darauf zu warten, ob Veyrik folgte.
Der Pfad zum See führte durch Birken, deren weiße Stämme im Morgendunst schimmerten. Raureif überzog die Farne am Wegrand, und unter meinen Stiefeln knirschte der überfrorene Schnee.
Ich ging voran und lauschte auf die leichten Schritte hinter mir.
Veyrik wirkte nicht wie ein Drache, der mit seinem Feuer jeden vernichten konnte. Drachenwandler, verbesserte ich mich automatisch, was nichts änderte. Mich erinnerte er eher an Adrian, unseren Mäuserich, der in höchster Not bei meinem Ungeheuer Zuflucht gesucht hatte, so selbstverständlich, als wüsste er, dass ich ihm nichts zuleide täte.
Veyriks Drachengestalt brauchte keinen Schutz, und dennoch musste ich mich zusammenreißen, nicht stehen zu bleiben und ihm meinen Arm als Halt anzubieten.
Sein Geruch wehte mit jedem Windhauch zu mir. Er verwirrte mich. Rauch lag darin, aber nichts Bitteres wie die Asche, die mich nachts heimsuchte. Vielmehr dachte ich dabei an sonnenbeschienene, von Hitze flirrende Felsen. Darunter lagerte, fein wie ein Atemzug, Kälte.
»Meine Fähigkeiten«, sagte er hinter mir, und ich hörte ein unterdrücktes Kichern. »Ich kann Schnee schmelzen, falls du das sehen möchtest.«
Hitze kroch mir bis zu den Ohren und ich tastete nach meinen vor Scham glühenden Wangen. »Das war ungeschickt formuliert.«
»Fand ich nicht.«
Ich schnaubte und ging schneller, damit er mein Gesicht nicht sah. Die Jahrtausende hatten mich gelehrt, wie man Jägern entkam. Wie ich mich vor diesem zierlichen, rothaarigen Burschen nicht blamierte, hatte mir niemand beigebracht.
Der schmale Weg führte uns zu einer Badestelle etwa tausend Schritte vom Forsthaus entfernt und von dort uneinsehbar. Beim Anblick des klapprigen Holzsteges machte ich mir eine stille Notiz, diesen im Frühjahr instand zu setzen.
Veyrik stellte sich neben mich und blickte geradeaus.
Grau wie ein polierter Schild und stellenweise von Schnee bedeckt, lag der See vor uns. Schilf ragte in gefrorenen Büscheln daraus hervor. Ein Stück weiter, dicht am Ufer, hatte ein Herbststurm eine Kiefer gefällt. Ihre Rinde blätterte ab, das nackte Holz schimmerte silbrig.
»Hier.« Ich wischte den Reif von der Mitte des Stamms. »Von hier aus sieht man das Haus nicht.«
Er schaute mich an und senkte den Kopf.
Erst da wurde mir bewusst, was ich gesagt hatte. Am liebsten hätte ich mich geohrfeigt, weil es klang, als wollte ich mit ihm allein sein. Das entsprach der Wahrheit, könnte aber für ihn wie eine Drohung klingen.
Veyrik setzte sich zögernd. Ich ließ ihm Freiraum und nahm mit Abstand neben ihm Platz.
Sein Mantel schien dick genug für die Jahreszeit. Dennoch raffte er ihn fröstelnd um sich. Der Atem stieg in weißen Wolken aus seinem Mund, obwohl die Temperatur nur knapp unter Null lag. Mit den Händen rieb er über seine Arme, bis ihm mein Blick auffiel.
»Dir ist kalt. Dabei bist du doch …«
»Ein Drache. Ja.« Er lachte freudlos auf. »Normalerweise ist uns warm, nur mir nicht. Es wird immer schlimmer.«
Ohne nachzudenken, zog ich meine Jacke aus und legte sie ihm um die Schultern.
Mit großen Augen musterte er mich. »Jetzt frierst du.«
»Mir macht Kälte nichts aus«, antwortete ich nicht ganz ehrlich. Ich spürte sie durchaus, nur wollte ich, dass ihm warm wurde.
In mir breitete sich fremdartige Hitze aus und ich schaute furchtsam auf meine Hände, ob der göttliche Funke erwacht war.
Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als er unauffällig, wie er meinte, die Nase im Stoff barg.

​

© Sabine Reifenstahl 2026

bottom of page